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Erinnerungsbuch für die
        jüdischen NS-Opfer aus Oldenburg



Schulkinder und Lehrkräfte der Jüdischen Volksschule    [info]

In 1938 zijn we van Oldenburg, Duitsland, naar Nederland gevlucht. Voor ons kinderen was Nederland de erste twee jaren een paradijs, na alles wat we in Duitsland hadden meegemaakt. Wat ik mij vooral herinner van de laatste jaren in Duitsland is de vernedering. Wij kregen op school les in nationaal-socialisme van een SS-leraar. Hij kwam de klas binnen in het gevreesde bruine uniform met de hakenkruisband om zijn arm, en schreeuwde: »Juden in der Klasse«, en ik, angstig, als enig joods meisje in de klas, stak mijn vinger op. »Raus mit dir.« En daar ging ik. Buiten hoorde ik de kinderen zingen: »Das Judenblut muß spritzen« en soortgelijke teksten. Als ik dan na een uur weer naar binnen mocht, stonden de kinderen van de klas in twee rijen opgesteld. Ik moest de rijen heen lopen en zij moesten op mij spugen en tegen mij gillen, dat ik vergif voor hen was. Ik was toen acht jaar oud. Dat blijft je altijd bij.

Edith Jakobs    

Im Oktober 1937 wurde auf Initiative des Rabbiners Dr. Leo Trepp die Jüdische Volksschule Oldenburg eingerichtet. Damit sollte für alle schulpflichtigen jüdischen Kinder des Landes Oldenburg eine Alternative zum zunehmend unzumutbaren Besuch staatlicher Schulen geschaffen werden.

Rauchende Ruine des Gemeinde- und Schulhauses

Die Schule befand sich zunächst im Gemeindehaus Peterstraße 6. Das Gemeindehaus wurde zusammen mit der benachbarten Synagoge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 niedergebrannt. Ruth Simon, Fahrschülerin aus Cloppenburg, hat 2011 in einem Video ihr Eintreffen vor dem Schulhaus am Morgen des 10. November geschildert.

Nach der Zerstörung des Gebäudes blieb die Schule zwei Monate geschlossen, die beiden Lehrer waren im KZ Sachsenhausen. Im Januar 1939 wurde sie in der Nordstraße 2 wiedereröffnet. Nächste Station war ab 1.4.1939 die ehemalige katholische Diözesanschule Alteneschstraße 15 in Osternburg. Nachdem auch dieses Gebäude zugunsten einer NS-Organisation geräumt werden musste, zog die Schule am 28.8. in die Kurwickstraße 5. Die räumlichen Verhältnisse hier waren völlig ungeeignet; der Kreisschulrat berichtete Ende Oktober dem oldenburgischen Schulministerium, es stünde für 12 Kinder und einen Lehrer nur ein dunkler, 6 qm großer Raum zur Verfügung. Trotzdem blieb es dabei bis zum 19.12.1939, anschließend wurde die Schule bis zu ihrer Auflösung im April 1940 im Gebäude Staulinie 17 untergebracht.

Im Land Oldenburg waren 1937 etwa 50 schulpflichtige jüdische Kinder gezählt worden. Die Schule nahm den Unterrichtsbetrieb zunächst mit zwei Klassen auf. Framdsprachenunterricht spielte, obwohl im Lehrplan für Volksschulen nicht vorgesehen, zur Vorbereitung der Emigration eine wichtige Rolle. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler sank rasch, beschleunigt noch als nach dem Novemberpogrom eine Fluchtwelle einsetzte. Einige Schüerinnen und Schüler wurden auch getrennt von ihren Eltern mit den Kindertransporten nach England gerettet.

Die beiden Lehrer Moses Katzenberg und Alexander Freund wurden zunächst noch aus öffentlichen Mitteln finanziert. Ab Juli 1939 – die Lehrer waren im Februar bzw. Juli 1939 emigriert – musste die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland ihren Nachfolger selbst bezahlen.

Die folgende Übersicht verzeichnet alle Lehräfte und Schüler der jüdischen Volkschule in Oldenburg – auch die Überlebenden. Neben Stadt-Oldenburger Kindern gab es 24 Fahrschülerinnen und -schüler aus Cloppenburg, Delmenhorst, Nordenham, Westerstede, Vechta und Varel. Auch Ernst Beer, der letzte Lehrer der Schule, kam täglich mit der Bahn aus seinem Wohnort Quakenbrück. Sechs Kinder aus Jever, Wildeshausen und Wilhelmshaven wurden bei Pflegefamilien in Oldenburg untergebracht. Solange rechtlich noch möglich, gab es anfangs für einige auswärtige Kinder auf Wunsch der Eltern Befreiungen und Übergangslösungen (meist bis Ostern 1938). Ab dem 15.11.1938 war jüdischen Kinder der Besuch staatlicher Schulen ausdrücklich verboten.     [Quellen]


Lehrerinnen und Lehrer

Ernst Beer (geb. 26.6.1881 Märkisch Friedland – aus Quakenbrück, Lehrer ab 8/1939 – gest. 8.9.1942 in Kulmhof (Chelmno))
Alexander Freund (geb. 30.3.1889 Kempen, Prov. Posen – Lehrer ab 10/1938, emigriert 2/1939)
Grete Hesse geb. Meyer (geb. 12.8.1889 Osnabrück – stundenweise Handarbeitslehrerin – Todesdatum unbekannt, Minsk)
Moses Katzenberg (geb. 25.9.1912 Guxhagen, Kreis Melsungen, Hessen – Lehrer ab 10/1938, emigriert 7/1939)


Schülerinnen und Schüler

Hermann Abraham (geb. 12.8.1923 Delmenhorst – Fahrschüler aus Delmenhorst, emigriert 7/1939)
Adolph Cohen (geb. 14.12.1923 Delmenhorst – Fahrschüler aus Delmenhorst – gest. 19.1.1945 in Dautmorgen, Außenkommando KZ Natzweiler)
Ingrid Cohen (geb. 24.9.1929 Wilhelmshaven – Schülerin aus Wilhelmshaven, Pflegekind in Oldbg. – gest. 28.7.1942 in Minsk)
Elsbeth Hermine Pauline Frank (geb. 28.2.1928 Westerstede – Fahrschülerin aus Westerstede – gest. 30.11.1941 in Riga)
Günther Frank (geb. 23.4.1930 – Fahrschüler aus Cloppenburg, emigriert 1938)
Max Frank (geb. 23.5.1927 Cloppenburg – Fahrschüler aus Cloppenburg, später Oldbg. – gest. für tot erklärt, Auschwitz)
Ilse Gerson (geb. 9.4.1931 – Fahrschülerin aus Vechta, emigriert 3/1939)
Julius Gerson (geb. 19.5.1929 – Fahrschüler aus Vechta, emigriert 3/1939)
Jutta Gerson (geb. 2.3.1928 Vechta – Fahrschülerin aus Vechta, später Oldbg. – Todesdatum unbekannt, Minsk)
Peter Gerson (geb. 23.6.1925 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 5/1938)
Carl Goldschmidt (geb. 15.12.1927 Delmenhorst – Fahrschüler aus Delmenhorst, emigriert 1/1939)
Selma Goldstein (geb. 8.6.1931 Wildeshausen – Schülerin aus Wildeshausen, Pflegekind in Oldbg., emigriert 3/1939)
Fritz de Haas (geb. 15.11.1925 Wildeshausen – Schüler aus Wildeshausen, Pflegekind in Oldbg. – gest. 28.7.1942 in Minsk)
Hans Siegfried Haas (geb. 12.5.1926 Delmenhorst – Fahrschüler aus Delmenhorst – gest. für tot erklärt)
Jenny de Haas (geb. 16.7.1923 Delmenhorst – Fahrschülerin aus Delmenhorst – gest. 28.7.1942 in Minsk)
Ruth de Haas (geb. 11.9.1927 Wildeshausen – Schülerin aus Wildeshausen, Pflegekind in Oldbg. – gest. 28.7.1942 in Minsk)
Manfred Hesse (geb. 28.10.1925 Oldbg. – Schüler aus Oldbg. – Todesdatum unbekannt, Minsk)
Gerda Hoffmann (geb. 10.4.1931 Jever – Schülerin aus Jever, Pflegekind in Oldbg., emigriert 1939)
Edith Jakobs (geb. 12.6.1927 Oldbg. – Schülerin aus Oldbg., emigriert 3/1938)
Joseph Jakobs (geb. 9.3.1929 Ahaus – Fahrschüler aus Cloppenburg – Todesdatum und -ort unbekannt)
Manfred Jakobs (geb. 11.5.1924 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 3/1938)
Martin Jakobs (geb. 4.5.1925 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 3/1938)
Max Jakobs (geb. 20.5.1930 Cloppenburg – Fahrschüler aus Cloppenburg – Todesdatum und -ort unbekannt)
Norbert Jakobs (geb. 9.12.1925 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 3/1938)
Siegfried Jakobs (geb. 8.8.1929 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 11/1937)
Werner Jakobs (geb. 31.8.1926 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 11/1937)
Joachim de Jonge (geb. 13.6.1925 Weener, Ems – Schüler aus Oldbg., emigriert 12/1938)
Klaus Josephs (geb. 21.1.1925 Oldbg. – Schüler aus Oldbg. – Todesdatum unbekannt, Auschwitz)
Benjamin Kulp (geb. 29.2.1928 Stendal – Fahrschüler aus Delmenhorst)
Hans Landsberg (geb. 29.9.1928 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 12/1938)
Ursula Landsberg (geb. 2.4.1924 Oldbg. – Schülerin aus Oldbg., emigriert 12/1938)
Kurt Lazarus (geb. 22.12.1925 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 9/1938 – gest. für tot erklärt, Sobibór)
Ingrid Dorothea Lippmann (geb. 2.11.1927 Delmenhorst – Fahrschülerin aus Delmenhorst, emigriert 3/1939)
Renate Mayer (geb. 10.7.1930 Oldbg. – Fahrschülerin aus Nordenham, später Oldbg., emigriert 1/1939)
Ingrid Pagener (geb. 7.7.1928 Rastede – Schülerin aus Oldbg., emigriert – gest. für tot erklärt, Auschwitz)
Ruth Pagener (geb. 26.7.1926 Oldbg. – Schülerin aus Oldbg., emigriert – gest. für tot erklärt, Auschwitz)
Klara Parnes (geb. 25.8.1926 Oldbg. – Schülerin aus Oldbg., abgeschoben 10/1938 – Todesdatum und -ort unbekannt)
Werner Renberg (geb. 23.8.1928 Bremen – Fahrschüler aus Delmenhorst, emigriert)
Jette Rosenberg (geb. 13.2.1928 – Fahrschülerin aus Delmenhorst, abgeschoben nach Polen)
Leopold Rosenberg (geb. 20.9.1924 Wasylkowce – Fahrschüler aus Delmenhorst, abgeschoben nach Polen – Todesdatum und -ort unbekannt)
Arthur David Schwabe (geb. 1.2.1924 Varel – Fahrschüler aus Varel, emigriert 9/1938)
Paul Jakob Schwabe (geb. 24.2.1929 – Fahrschüler aus Varel, emigriert 9/1938)
Gerda Seligmann (geb. 23.1.1923 Oldbg. – Schülerin aus Oldbg., emigriert)
Hermine Silberbach (geb. 1925 Westerstede – Fahrschülerin aus Westerstede, emigriert 1939)
Rosi Hanna Silberbach (geb. 17.12.1926 Oldbg. – ab Ostern 1938 Fahrschülerin aus Westerstede – Todesdatum und -ort unbekannt)
Hildegard Simon (geb. 2.5.1926 Cloppenburg – Fahrschülerin aus Cloppenburg, emigriert 12/1938)
Ilse Simon (geb. 8.3.1928 Quakenbrück – ab Ostern 1938 Fahrschülerin aus Cloppenburg, emigriert 5/1939 – gest. für tot erklärt, Sobibór)
Ruth Simon (geb. 25.2.1925 Cloppenburg – Fahrschülerin aus Cloppenburg, emigriert 12/1938)
Ruth Sondermann (geb. 5.1.1928 Delmenhorst – Fahrschülerin aus Delmenhorst, emigriert 5/1938)
Siegfried Strauß (geb. 10.2.1929 – Schüler aus Oldbg., emigriert 8/1938)
Max Unger (geb. 27.6.1928 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 12/1938)
Martin Vogel (geb. 5.4.1926 Oldbg. – Schüler aus Oldbg., emigriert 7/1939)
Hildegard Zabner (geb. 19.6.1929 Rüstringen – Schülerin aus Wilhelmshaven, Pflegekind in Oldbg. – Todesdatum unbekannt, Auschwitz)



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